Michael Kohlhaas

von Heinrich von Kleist
Berlin-Premiere
30. Oktober 2021
Deutsches Theater
Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
Paul Grill
Lorena Handschin
Peter René Lüdicke
Bernd Moss
Markwart Müller-Elmau
Max Simonischek
Caner Sunar
Max Thommes
Brigitte Urhausen
Niklas Wetzel
nachtkritik.de
Julia Nehmiz, 23.07.2021
Die starke Setzung: Kriegenburg erzählt nicht, wie Kohlhaas in seinen Rachefeldzug hineingerät. Er erzählt, wie er nicht mehr aus ihm herauskommt.

[...]
Die zweite starke Setzung: Kriegenburg erzählt, wie kraftvoll die Frauen und wie tumb die Männer sind. Seien es die Raufhorden, die mit Kohlhaas morden, seien es die Junkerhorden, die ihn um seine zwei Rappen bringen, seien es die Kurfürsten- und Grafenhorden, die nach dem eigenen Vorteil geifern. Die einzigen Vernünftigen: die Frauen.

[...]
Im Zentrum: Der Michael Kohlhaas des Max Simonischek. Während alle anderen fliegend die Rollen wechseln ("Ach du machst heute den Kurfürst?"), bleibt er ganz bei sich.
Die starke Setzung: Kriegenburg erzählt nicht, wie Kohlhaas in seinen Rachefeldzug hineingerät. Er erzählt, wie er nicht mehr aus ihm herauskommt.

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Die zweite starke Setzung: Kriegenburg erzählt, wie kraftvoll die Frauen und wie tumb die Männer sind. Seien es die Raufhorden, die mit Kohlhaas morden, seien es die Junkerhorden, die ihn um seine zwei Rappen bringen, seien es die Kurfürsten- und Grafenhorden, die nach dem eigenen Vorteil geifern. Die einzigen Vernünftigen: die Frauen.

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Im Zentrum: Der Michael Kohlhaas des Max Simonischek. Während alle anderen fliegend die Rollen wechseln ("Ach du machst heute den Kurfürst?"), bleibt er ganz bei sich.
Salzburger Nachrichten
APA, 24.07.2021
Die Koproduktion des Deutschen Theaters Berlin mit den Bregenzer Festspielen und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bringt wieder hochkarätiges Schauspiel ins Festspiel-Programm [...]

Während Kriegenburg in den sieben unterschiedlichen Bildern das insgesamt zehnköpfige Ensemble immer wieder spielerisch in Rollen schlüpfen und auch die Kleist'sche Sprache in vielerlei Ausformungen erproben lässt, bleibt Max Simonischek auf Kurs: Hier steht er und kann nicht anders. Der Leidende liegt ihm indes mehr als der Streitende. Viel lieber hätte er Recht als Rache. Doch der Überzeugungstäter endet am Schafott. Gegen die Mächtigen kann man nicht gewinnen. Viel wahrscheinlicher, dass man dabei alles verliert.
Die Koproduktion des Deutschen Theaters Berlin mit den Bregenzer Festspielen und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bringt wieder hochkarätiges Schauspiel ins Festspiel-Programm [...]

Während Kriegenburg in den sieben unterschiedlichen Bildern das insgesamt zehnköpfige Ensemble immer wieder spielerisch in Rollen schlüpfen und auch die Kleist'sche Sprache in vielerlei Ausformungen erproben lässt, bleibt Max Simonischek auf Kurs: Hier steht er und kann nicht anders. Der Leidende liegt ihm indes mehr als der Streitende. Viel lieber hätte er Recht als Rache. Doch der Überzeugungstäter endet am Schafott. Gegen die Mächtigen kann man nicht gewinnen. Viel wahrscheinlicher, dass man dabei alles verliert.
Süddeutsche Zeitung
Egbert Tholl, 25.07.2021
Kriegenburg überführt die Moritat vom einzelnen, dickköpfigen Rächer in ein Tableau aus sieben Kapiteln, beginnend mit der Begegnung von Luther, dem herrlich knarzenden Markwart Müller-Elmau, und Kohlhaas.

[...]
Doch Kriegenburg unterläuft das kraftvolle Männertheater von Kerlen in groben Leinen, führt zwei Erzählerinnen ein, Lorena Handschin und Brigitte Urhausen, die die männliche Borniertheit, die Klüngeleien, die Dummheit kommentieren und eine ganz andere Lösung der Misere, eine menschlich kluge, aufscheinen lassen.
Kriegenburg überführt die Moritat vom einzelnen, dickköpfigen Rächer in ein Tableau aus sieben Kapiteln, beginnend mit der Begegnung von Luther, dem herrlich knarzenden Markwart Müller-Elmau, und Kohlhaas.

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Doch Kriegenburg unterläuft das kraftvolle Männertheater von Kerlen in groben Leinen, führt zwei Erzählerinnen ein, Lorena Handschin und Brigitte Urhausen, die die männliche Borniertheit, die Klüngeleien, die Dummheit kommentieren und eine ganz andere Lösung der Misere, eine menschlich kluge, aufscheinen lassen.

Außerdem im Spielplan

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Autor:innenatelier #2

Raum für neue Dramatik
mit Fiston Mwanza Mujila und Milena Michalek
Saal
20.00
Eintritt frei