Publikumsbeschimpfung

Kostüme Aino Laberenz
Dramaturgie Jan Hein, Katrin Spira / Bernd Isele (Berlin)
Premiere Schauspiel Stuttgart
26. Mai 2018, Nord
Berlin-Premiere
6. Oktober 2018, Kammerspiele
Eine Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart
Manolo Bertling
Peter René Lüdicke
Jeremy Mockridge
Natali Seelig
Johann Jürgens / Leo Schmidthals
Birgit Unterweger
Online Merker
Alexander Walther, 26.05.2018
Unter der inspirierenden Regie von Martin Laberenz spielen Manolo Bertling, Peter Rene Lüdicke, Jeremy Mockridge, Natali Seelig und Birgit Unterweger die versierten Publikumsbeschimpfer, die sich mächtig in ihre Rollen hineinsteigern. Im Hintergrund sieht man in einer Videoprojektion Szenen aus der Uraufführung der 60er Jahre (Bühne: Volker Hintermeier; Kostüme: Aino Laberenz; Musik: Leo Schmidthals).

So entsteht ein raffiniertes Illusionstheater aus Dialogen, Rollen und Handlung im vorgetäuschten Zeitablauf. Die Schauspieler genießen hier den „Helden“, das Publikum, in den unterschiedlichsten Variationen. Das wird in überzeugender Weise deutlich. [...]

Wie sehr Handke das allgemeine Bewusstsein von Theater in seinen bisherigen Mitteln geändert hat, macht diese Inszenierung in all ihren verschiedenen Möglichkeiten deutlich. [...]

die Sprache wird durch zahlreiche Aktionen illustriert – bis hin zum Spiel mit der Live-Band, die dem Publikum ordentlich einheizt. Rhythmische Wort- und Satzfolgen werden so geschickt in Strukturen der Beatmusik übertragen. [...]

Dieses Stück gegen das Theater, wie es ist, zeigt bei dieser Aufführung immer wieder neue Facetten, die sich verändern. Dazu gehören ebenso die stark verinnerlichten Momente mit einer betont lyrischen Klaviermusik.Starker Schlussapplaus.
Unter der inspirierenden Regie von Martin Laberenz spielen Manolo Bertling, Peter Rene Lüdicke, Jeremy Mockridge, Natali Seelig und Birgit Unterweger die versierten Publikumsbeschimpfer, die sich mächtig in ihre Rollen hineinsteigern. Im Hintergrund sieht man in einer Videoprojektion Szenen aus der Uraufführung der 60er Jahre (Bühne: Volker Hintermeier; Kostüme: Aino Laberenz; Musik: Leo Schmidthals).

So entsteht ein raffiniertes Illusionstheater aus Dialogen, Rollen und Handlung im vorgetäuschten Zeitablauf. Die Schauspieler genießen hier den „Helden“, das Publikum, in den unterschiedlichsten Variationen. Das wird in überzeugender Weise deutlich. [...]

Wie sehr Handke das allgemeine Bewusstsein von Theater in seinen bisherigen Mitteln geändert hat, macht diese Inszenierung in all ihren verschiedenen Möglichkeiten deutlich. [...]

die Sprache wird durch zahlreiche Aktionen illustriert – bis hin zum Spiel mit der Live-Band, die dem Publikum ordentlich einheizt. Rhythmische Wort- und Satzfolgen werden so geschickt in Strukturen der Beatmusik übertragen. [...]

Dieses Stück gegen das Theater, wie es ist, zeigt bei dieser Aufführung immer wieder neue Facetten, die sich verändern. Dazu gehören ebenso die stark verinnerlichten Momente mit einer betont lyrischen Klaviermusik.Starker Schlussapplaus.
Stuttgarter Nachrichten
Sabine Fischer, 27.05.2018
In Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin beschäftigt sich Martin Laberenz' Version der „Publikumsbeschimpfung“ nämlich mit der Frage, was das einst so revolutionäre Stück heute noch zu sagen hat. Dass die Tabus von damals keine mehr sind, hat man hier längst verstanden. Laberenz nutzt den legendären Text clever als Grundlage für eine neue Auseinandersetzung. Vor einem riesigen Stahlgerüst, in dem die Darsteller dank zahlreicher Neonröhren stets ein bisschen so wirken, als befänden sie sich gerade in der Mitte eines überdimensionalen Toasters, ringt das Stück dabei eindrucksvoll mit dem Bewusstsein der eigenen Künstlichkeit. [...]

So wird Handkes Stück auch an diesem Abend zum abstrakten Zitat: Wenn die Darsteller Teile des Originaltexts aus dem Jahr 1966 rezitieren, dann läuft ihnen geflissentlich eine Souffleuse hinterher, damit bloß niemand auf die Idee kommt, es handle sich beim Gesagten um etwas Substanzielles, Ehrliches. Gekonnt führt Laberenz das Dilemma des Stücks ad absurdum: Gerade die Forderung nach Unmittelbarkeit und Nähe ist es, die hier zur doppelbödigen Unmöglichkeit mutiert.
In Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin beschäftigt sich Martin Laberenz' Version der „Publikumsbeschimpfung“ nämlich mit der Frage, was das einst so revolutionäre Stück heute noch zu sagen hat. Dass die Tabus von damals keine mehr sind, hat man hier längst verstanden. Laberenz nutzt den legendären Text clever als Grundlage für eine neue Auseinandersetzung. Vor einem riesigen Stahlgerüst, in dem die Darsteller dank zahlreicher Neonröhren stets ein bisschen so wirken, als befänden sie sich gerade in der Mitte eines überdimensionalen Toasters, ringt das Stück dabei eindrucksvoll mit dem Bewusstsein der eigenen Künstlichkeit. [...]

So wird Handkes Stück auch an diesem Abend zum abstrakten Zitat: Wenn die Darsteller Teile des Originaltexts aus dem Jahr 1966 rezitieren, dann läuft ihnen geflissentlich eine Souffleuse hinterher, damit bloß niemand auf die Idee kommt, es handle sich beim Gesagten um etwas Substanzielles, Ehrliches. Gekonnt führt Laberenz das Dilemma des Stücks ad absurdum: Gerade die Forderung nach Unmittelbarkeit und Nähe ist es, die hier zur doppelbödigen Unmöglichkeit mutiert.

eine Koproduktion mit dem

Außerdem im Spielplan

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Mit englischen Übertiteln
nach dem Roman von Bov Bjerg
Kammerspiele
20.00 - 22.35
Die Übertitel für diese Vorstellung müssen leider entfallen.
Deutsches Theater
20.30 - 21.40
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse