Kommt ein Pferd in die Bar

Regie und Bühne Dušan David Pařízek
Dramaturgie Eva-Maria Voigtländer
Deutschsprachige Erstaufführung 
Salzburger Festspiele
8. August 2018 
Berlin-Premiere
2018/19
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Burgtheater Wien
Samuel FinziDov Grinstein
Mavie HörbigerPitz
Dov Grinstein
nachtkritik.de
Reinhard Kriechbaum, 08.08.2018
Samuel Finzi ist dieser Dovele, der einen Abend lang alles tut, um als Publikums- und Selbsthasser dazustehen. Und doch wird er alle Sympathie und nicht wenig Mitleid auf seine Seite ziehen im Lauf seiner "etwas alternativ geratenen Comedy Show". Ja, ein Comedian, der im Gegensatz zu Kabarettisten alten Zuschnitts nicht vorgibt, über den Dingen und mithin in deutlichem Abstand zu ihnen zu stehen. Dovele ist Kind geblieben, Kind seiner Zeit. Er steht mittendrin im Wahnsinn des Staates Israel, mittendrin in der eigenen Familie (Vater und Mutter waren die einzigen der Sippschaft, die den Holocaust überlebt haben). [...]

Was dieser famose Schauspieler zu leisten vermag, wie er umgeht mit den psychischen Brüchen und Deformationen des Dovele, darauf reagiert Dušan David Pařízek, der auch für die Bühne verantwortlich ist, mit dem denkbar kargsten Ambiente. Vor einer quadratischen Bretterwand wird Dovele zur Publikumsbeschimpfung anheben. [...]

Immer wieder hantiert er mit der Videokamera, wir sehen sein Gesicht im Großformat – ein vom Leben zerstörter, ein sich selbst zerstörender Egomane.
Wirklich Egomane? Wenn er seine Zoten mit dem Publikum abspult (political correctness ist keine Tugend des Romans von David Grossman) gerät er wie zufällig an Pitz. [...]

Eine Traumrolle für Mavie Hörbiger. Allein durch ihr Da-Sein wirft sie den verbitterten Mann gleichsam auf sich selbst zurück. "So war es nicht", sagt sie einige Male mit Bestimmtheit. Und sie wird selbst zur Sprühdose mit dem Bühnenblut greifen oder sich – wieder wie ein Spiegelbild zu ihm – als trauriger Clown schminken. Sie wird gehen, wenn er sie zurückhalten will, und sie wird trotzig sitzen bleiben, wenn er sie partout wegschicken möchte. Pitz ist, so erfahren wir, die Kurzform von Pitzkele, winzig. Im entscheidenden Moment wird sie jene kleinen Sandkörner streuen, die reiben auf den Schienen des Selbstdarstellers. [...]

Mit Samuel Finzi und Mavie Hörbiger ist das ein ein- und nachdrücklicher Theaterabend, entsprechend bejubelt nach einem fast verblüffend positiven Ende. "Aber jetzt bin ich ab bissele müde" sagt der mit Haut und Haar in Dovele aufgegangene Samuel Finzi. Rechtschaffen müde. 
Samuel Finzi ist dieser Dovele, der einen Abend lang alles tut, um als Publikums- und Selbsthasser dazustehen. Und doch wird er alle Sympathie und nicht wenig Mitleid auf seine Seite ziehen im Lauf seiner "etwas alternativ geratenen Comedy Show". Ja, ein Comedian, der im Gegensatz zu Kabarettisten alten Zuschnitts nicht vorgibt, über den Dingen und mithin in deutlichem Abstand zu ihnen zu stehen. Dovele ist Kind geblieben, Kind seiner Zeit. Er steht mittendrin im Wahnsinn des Staates Israel, mittendrin in der eigenen Familie (Vater und Mutter waren die einzigen der Sippschaft, die den Holocaust überlebt haben). [...]

Was dieser famose Schauspieler zu leisten vermag, wie er umgeht mit den psychischen Brüchen und Deformationen des Dovele, darauf reagiert Dušan David Pařízek, der auch für die Bühne verantwortlich ist, mit dem denkbar kargsten Ambiente. Vor einer quadratischen Bretterwand wird Dovele zur Publikumsbeschimpfung anheben. [...]

Immer wieder hantiert er mit der Videokamera, wir sehen sein Gesicht im Großformat – ein vom Leben zerstörter, ein sich selbst zerstörender Egomane.
Wirklich Egomane? Wenn er seine Zoten mit dem Publikum abspult (political correctness ist keine Tugend des Romans von David Grossman) gerät er wie zufällig an Pitz. [...]

Eine Traumrolle für Mavie Hörbiger. Allein durch ihr Da-Sein wirft sie den verbitterten Mann gleichsam auf sich selbst zurück. "So war es nicht", sagt sie einige Male mit Bestimmtheit. Und sie wird selbst zur Sprühdose mit dem Bühnenblut greifen oder sich – wieder wie ein Spiegelbild zu ihm – als trauriger Clown schminken. Sie wird gehen, wenn er sie zurückhalten will, und sie wird trotzig sitzen bleiben, wenn er sie partout wegschicken möchte. Pitz ist, so erfahren wir, die Kurzform von Pitzkele, winzig. Im entscheidenden Moment wird sie jene kleinen Sandkörner streuen, die reiben auf den Schienen des Selbstdarstellers. [...]

Mit Samuel Finzi und Mavie Hörbiger ist das ein ein- und nachdrücklicher Theaterabend, entsprechend bejubelt nach einem fast verblüffend positiven Ende. "Aber jetzt bin ich ab bissele müde" sagt der mit Haut und Haar in Dovele aufgegangene Samuel Finzi. Rechtschaffen müde. 
Südtirol News
APA, 08.08.2018
Viel Applaus für "Kommt ein Pferd in die Bar" [...]

Eine One-Man-Show der anderen Art, unterstützt von der großartigen Mavie Hörbiger als früheres Nachbarsmädchen, das dem Alleinunterhalter eine schmerzhafte Wiederbegegnung mit der eigenen Vergangenheit ermöglicht. Vor einer im Lauf der Vorstellung nach hinten kippenden und danach als Drehbühne verwendeten Bretterwand gerät Finzi als Comedian schon bald aus der Spur und erzählt im mitreißenden Höhepunkt des Abends von der Ursünde seines Lebens – als er zwischen Vater und Mutter seine Wahl traf. [...]
Viel Applaus für "Kommt ein Pferd in die Bar" [...]

Eine One-Man-Show der anderen Art, unterstützt von der großartigen Mavie Hörbiger als früheres Nachbarsmädchen, das dem Alleinunterhalter eine schmerzhafte Wiederbegegnung mit der eigenen Vergangenheit ermöglicht. Vor einer im Lauf der Vorstellung nach hinten kippenden und danach als Drehbühne verwendeten Bretterwand gerät Finzi als Comedian schon bald aus der Spur und erzählt im mitreißenden Höhepunkt des Abends von der Ursünde seines Lebens – als er zwischen Vater und Mutter seine Wahl traf. [...]
Deutschlandfunk
Sven Ricklefs, 09.08.2018
David Grossmans "Kommt ein Pferd in die Bar" ist ein ebenso brutales und schonungsloses wie zugleich sanft versöhnliches Buch, das zeigt sich auch jetzt in der Theatralisierung von Dušan David Pařízek bei den Salzburger Festspielen. David Grossmans "Kommt ein Pferd in die Bar" ist ein ebenso brutales und schonungsloses wie zugleich sanft versöhnliches Buch, das zeigt sich auch jetzt in der Theatralisierung von Dušan David Pařízek bei den Salzburger Festspielen.
Kleine Zeitung
Julia Schafferhofer, 09.08.2018
Beeindruckende Schauspielleistung: Samuel Finzi und Mavie Hörbiger brillieren in der Dramatisierung von David Grossmans gleichnamigen Roman "Kommt ein Pferd in die Bar". [...]

Regisseur Dušan David Pařízek wagt einen Kniff: Die im Buch vorkommende Figur des erzählenden Anwalts Avischai Lasar streicht er. In seiner Inszenierung tritt der Protagonist nicht nur vor das Publikum, sondern gleichzeitig auch vor das Hohe Gericht. Das ergibt eine spannende doppelte Ansprache. [...]

Tosender Applaus am Ende [...]
Beeindruckende Schauspielleistung: Samuel Finzi und Mavie Hörbiger brillieren in der Dramatisierung von David Grossmans gleichnamigen Roman "Kommt ein Pferd in die Bar". [...]

Regisseur Dušan David Pařízek wagt einen Kniff: Die im Buch vorkommende Figur des erzählenden Anwalts Avischai Lasar streicht er. In seiner Inszenierung tritt der Protagonist nicht nur vor das Publikum, sondern gleichzeitig auch vor das Hohe Gericht. Das ergibt eine spannende doppelte Ansprache. [...]

Tosender Applaus am Ende [...]
Oberösterreich Nachrichten
Peter Grubmüller, 09.08.2018
Pařízeks Erfolg ist schließlich auch jener des fabelhaften Samuel Finzi, der zweidreiviertel Stunden lang die Figur des abgetakelten Alleinunterhalters Dov "Dovele" Grinstein schrie, ächzte, schnaubte. Anstatt einen letzten unterhaltsamen Abend an seinem 57. Geburtstag in der Provinz zu verbringen, wirft Dov durch die Lupe seines eigenen Lebens grelle Lichtkegel auf die Beschädigungen einer israelischen Gesellschaft, die wegen der Fortwirkung des Holocausts und der Verrohung unentwegter Konflikte keine Ruhe findet. [...]

Pařízek folgt nicht blindlings Grossmans Vorlage, sondern er webt die hauchzarte Pitz (die großartige Mavie Hörbiger) als Kindheitserinnerung aus der ehemaligen Nachbarschaft anstatt des Roman-Erzählers und Juristen Avischai Lasar ins Publikum ein. Sie erinnert Dov als "guten Jungen", der oft auf Händen ging. Als der kapitulierende Kabarettist dies nun wieder versucht, stürzt die riesige Holzrückwand, die den Bühnenraum zum schmalen Gang verknappt, nach hinten und öffnet eine neue Erzählebene samt gigantischem Raum in die Vergangenheit.
Dovs Parforceritt durch die eigene Geschichte ist ergreifend traurig und grausam komisch – immer auf des Messers Schneide zwischen Tragödie und Farce. [...]

Samuel Finzi leckt auf grandiose Weise die Wunden seiner ramponierten Figur und lässt ihr die Kraft behutsam entweichen. Ein starkes Stück Theater.
Pařízeks Erfolg ist schließlich auch jener des fabelhaften Samuel Finzi, der zweidreiviertel Stunden lang die Figur des abgetakelten Alleinunterhalters Dov "Dovele" Grinstein schrie, ächzte, schnaubte. Anstatt einen letzten unterhaltsamen Abend an seinem 57. Geburtstag in der Provinz zu verbringen, wirft Dov durch die Lupe seines eigenen Lebens grelle Lichtkegel auf die Beschädigungen einer israelischen Gesellschaft, die wegen der Fortwirkung des Holocausts und der Verrohung unentwegter Konflikte keine Ruhe findet. [...]

Pařízek folgt nicht blindlings Grossmans Vorlage, sondern er webt die hauchzarte Pitz (die großartige Mavie Hörbiger) als Kindheitserinnerung aus der ehemaligen Nachbarschaft anstatt des Roman-Erzählers und Juristen Avischai Lasar ins Publikum ein. Sie erinnert Dov als "guten Jungen", der oft auf Händen ging. Als der kapitulierende Kabarettist dies nun wieder versucht, stürzt die riesige Holzrückwand, die den Bühnenraum zum schmalen Gang verknappt, nach hinten und öffnet eine neue Erzählebene samt gigantischem Raum in die Vergangenheit.
Dovs Parforceritt durch die eigene Geschichte ist ergreifend traurig und grausam komisch – immer auf des Messers Schneide zwischen Tragödie und Farce. [...]

Samuel Finzi leckt auf grandiose Weise die Wunden seiner ramponierten Figur und lässt ihr die Kraft behutsam entweichen. Ein starkes Stück Theater.
ORF.at
Gerald Heidegger, 09.08.2018
Der Grenzgang eines Stand-up-Comedians zur Geschichte Israels, der Schoah und dem aktuellen Nahost-Konflikt wurde zu einem knapp dreistündigen Marathonabend für Schauspieler Samuel Finzi, dessen Tabubrüche viele Zuseher verstörten. Das war Konzept – und machte erst die Zerbrechlichkeit von Familiengeschichte und Historie sichtbar. [...]

Finzi rackert und redet drei Stunden lang, steht schon vor Beginn auf der Bühne und singt zur Klavierbegleitung, von Police bis Radiohead. Er ist, beinahe im Sinn Lermontows, "ein Held unserer Zeit", weil die Zeit, die Geschichte, durch den elenden Körper hindurchfährt: Leid, Lust, Eros, all das will dieser schwitzende, um sich schlagende Typ erfahren haben. Und er hätte es gern hinter sich, vor allem dieses ewige Leiden an sich selbst. Dass Finzi in diesem Modus so lange durchhält und den Faden nicht verliert, grenzt an ein Wunder. [...]

Verhandelt wurde an diesem Abend mehr als das Schicksal Israels. Der Witz, so die Erkenntnis, legt frei. Und hilft dabei, das schonungslos Aufgedeckte wieder in eine überlebensnötige Distanz zu bringen. [...]
Der Grenzgang eines Stand-up-Comedians zur Geschichte Israels, der Schoah und dem aktuellen Nahost-Konflikt wurde zu einem knapp dreistündigen Marathonabend für Schauspieler Samuel Finzi, dessen Tabubrüche viele Zuseher verstörten. Das war Konzept – und machte erst die Zerbrechlichkeit von Familiengeschichte und Historie sichtbar. [...]

Finzi rackert und redet drei Stunden lang, steht schon vor Beginn auf der Bühne und singt zur Klavierbegleitung, von Police bis Radiohead. Er ist, beinahe im Sinn Lermontows, "ein Held unserer Zeit", weil die Zeit, die Geschichte, durch den elenden Körper hindurchfährt: Leid, Lust, Eros, all das will dieser schwitzende, um sich schlagende Typ erfahren haben. Und er hätte es gern hinter sich, vor allem dieses ewige Leiden an sich selbst. Dass Finzi in diesem Modus so lange durchhält und den Faden nicht verliert, grenzt an ein Wunder. [...]

Verhandelt wurde an diesem Abend mehr als das Schicksal Israels. Der Witz, so die Erkenntnis, legt frei. Und hilft dabei, das schonungslos Aufgedeckte wieder in eine überlebensnötige Distanz zu bringen. [...]
Welt.de
dpa, 09.08.2018
Samuel Finzi brilliert bei Salzburger Festspielen [...]

Ein großer Abend [...]

Grinstein (Samuel Finzi) steht vor einer Bretterwand, beinahe das einzige Requisit ist eine Handkamera, mit der er sich selbst filmt. Die Bilder sind dann auf der Wand, später auf dem rohen Bühnenhintergrund zu sehen. Das Publikum von Nentanja/Salzburg lacht und macht bereitwillig mit. Grinstein/Finzi lässt sogar eine Wodkaflasche herumgehen, aus der er sich zuvor selbst bedient hat: Echter Wodka, kein Bühnenwasser. Dann beginnt der Abend zu kippen. Spätestens, als Grinstein sich in einem auto-aggressiven Akt den Kopf gegen die Bretterwand schlägt, steht da kein Comedian mehr, sondern ein offensichtlich schwer an sich und der Welt leidender Mensch, der einem zunehmend konsternierten Publikum sein Innerstes öffnet. [...]

Finzi erzählt das in einem sich steigernden Stakkato, dabei dreht er sich auf der gegenläufig sich bewegenden Bühne, die Handkamera aufs eigene Gesicht gerichtet, um die eigene Achse, dass einem schwindelig wird. [...]

Einzige Mitspielerin in diesem fast dreistündigen Zweipersonenstück ohne Pause ist Pitz, eine Nachbarin aus Kindertagen, die im Publikum seiner Abschiedsshow sitzt. [...]

Riesenapplaus für den furiosen Samuel Finzi, Mavie Hörbiger als Pitz, Regisseur Dusan David Parizek sowie den Autor, der etwas schüchtern die Ovationen des Publikums von Netanja/Salzburg entgegennimmt. [...]
Samuel Finzi brilliert bei Salzburger Festspielen [...]

Ein großer Abend [...]

Grinstein (Samuel Finzi) steht vor einer Bretterwand, beinahe das einzige Requisit ist eine Handkamera, mit der er sich selbst filmt. Die Bilder sind dann auf der Wand, später auf dem rohen Bühnenhintergrund zu sehen. Das Publikum von Nentanja/Salzburg lacht und macht bereitwillig mit. Grinstein/Finzi lässt sogar eine Wodkaflasche herumgehen, aus der er sich zuvor selbst bedient hat: Echter Wodka, kein Bühnenwasser. Dann beginnt der Abend zu kippen. Spätestens, als Grinstein sich in einem auto-aggressiven Akt den Kopf gegen die Bretterwand schlägt, steht da kein Comedian mehr, sondern ein offensichtlich schwer an sich und der Welt leidender Mensch, der einem zunehmend konsternierten Publikum sein Innerstes öffnet. [...]

Finzi erzählt das in einem sich steigernden Stakkato, dabei dreht er sich auf der gegenläufig sich bewegenden Bühne, die Handkamera aufs eigene Gesicht gerichtet, um die eigene Achse, dass einem schwindelig wird. [...]

Einzige Mitspielerin in diesem fast dreistündigen Zweipersonenstück ohne Pause ist Pitz, eine Nachbarin aus Kindertagen, die im Publikum seiner Abschiedsshow sitzt. [...]

Riesenapplaus für den furiosen Samuel Finzi, Mavie Hörbiger als Pitz, Regisseur Dusan David Parizek sowie den Autor, der etwas schüchtern die Ovationen des Publikums von Netanja/Salzburg entgegennimmt. [...]
Kleine Zeitung
Julia Schafferhofer, 10.08.2018
In "Kommt ein Pferd in die Bar" rechnet ein Mann mit sich und seinem Leben ab. Samuel Finzi brilliert in Salzburg in einem fiebrigen Parforceritt. [...]

Eindringlich wird es, wenn Finzi zum Monolog anhebt, furios fiebrig durch seine und unsere Gemütszustände reitet. Viel Beifall. [...]
In "Kommt ein Pferd in die Bar" rechnet ein Mann mit sich und seinem Leben ab. Samuel Finzi brilliert in Salzburg in einem fiebrigen Parforceritt. [...]

Eindringlich wird es, wenn Finzi zum Monolog anhebt, furios fiebrig durch seine und unsere Gemütszustände reitet. Viel Beifall. [...]
Merkur
Michael Schleicher, 10.08.2018
Samuel Finzi liefert eine beeindruckende Tour de Force durch die seelischen Abgründe des Comedians  Dov Grinstein. [...]

Es ist eine schlichte, doch beeindruckend treffende Bühne, die sich Dušan David Pařízek [...] gebaut hat.

Pařízeks Inszenierung ist eine Herausforderung; eine Arbeit, die nach Grenzen sucht. "Kommt ein Pferd in die Bar" ist vor allem aber der Abend des Samuel Finzi. Es ist herausragend, eine schier unglaubliche Leistung an Kondition und Konzentration, wie dieser Schauspieler seine Figur über beinahe drei Stunden hinweg formt. Ob als arroganter Publikumshasser oder abgehalfterter Künstler am Ende seiner Karriere, ob als gnadenloser Zyniker oder tief Traumatisierter – Finzi zeigt eine Tour de Force durch Grinsteins seelische Abgründe. 
Samuel Finzi liefert eine beeindruckende Tour de Force durch die seelischen Abgründe des Comedians  Dov Grinstein. [...]

Es ist eine schlichte, doch beeindruckend treffende Bühne, die sich Dušan David Pařízek [...] gebaut hat.

Pařízeks Inszenierung ist eine Herausforderung; eine Arbeit, die nach Grenzen sucht. "Kommt ein Pferd in die Bar" ist vor allem aber der Abend des Samuel Finzi. Es ist herausragend, eine schier unglaubliche Leistung an Kondition und Konzentration, wie dieser Schauspieler seine Figur über beinahe drei Stunden hinweg formt. Ob als arroganter Publikumshasser oder abgehalfterter Künstler am Ende seiner Karriere, ob als gnadenloser Zyniker oder tief Traumatisierter – Finzi zeigt eine Tour de Force durch Grinsteins seelische Abgründe. 
Salzburger Nachrichten
Hedwig Kainberger, 10.08.2018
Mit heftigen Witzen, die bald vulgär werden, trumpft der Schauspieler Samuel Finzi auf. Als Stand-up-comedian Dovele Grinstein hat er einen langen Abend vor sich. Dafür legt Samuel Finzi einen prächtigen Start hin. Er changiert blitzschnell von zornig zu charmant, von melancholisch zu sarkastisch, von verbittert zu frech. In Sprache und Geste trägt er dick auf. Er ist ja der Darsteller eines Darstellers, der als Alleinunterhalter sein zahlendes Publikum zum Lachen bringen muss. Immeer wilder und schamloser reitet er durch seine immer obszöner werdenden Witze. [...]

Chapeau! Chapeau für Samuel Finzi und seinen Parforceritt durch diese faszinierende Geschichte über die Einsamkeit eines Kindes geschundener Eltern, über das einsame Verzweifeln in einem kriegsführenden Land und über Sarkasmus und Humor. 
Mit heftigen Witzen, die bald vulgär werden, trumpft der Schauspieler Samuel Finzi auf. Als Stand-up-comedian Dovele Grinstein hat er einen langen Abend vor sich. Dafür legt Samuel Finzi einen prächtigen Start hin. Er changiert blitzschnell von zornig zu charmant, von melancholisch zu sarkastisch, von verbittert zu frech. In Sprache und Geste trägt er dick auf. Er ist ja der Darsteller eines Darstellers, der als Alleinunterhalter sein zahlendes Publikum zum Lachen bringen muss. Immeer wilder und schamloser reitet er durch seine immer obszöner werdenden Witze. [...]

Chapeau! Chapeau für Samuel Finzi und seinen Parforceritt durch diese faszinierende Geschichte über die Einsamkeit eines Kindes geschundener Eltern, über das einsame Verzweifeln in einem kriegsführenden Land und über Sarkasmus und Humor. 
Stuttgarter Zeitung
APA, 10.08.2018
Der überwiegende Anteil des Textes – immerhin genug für mehr als zweieinhalb Stunden – bleibt Dovele vobehalten, und den verkörpert Samuel Finzi, den nun alle, die es bisher nicht wussten, als einen der Schauspielgiganten des deutschen Theaters registrieren dürfen. [...]

Samuel Finzi spielt mit jedem Körperteil, locker, nicht aufdringlich, eine Bravourleistung fürwahr. Den geringen Raum, den er Mavie Hörbiger überlässt, nützt diese eindrucksvoll. [...] 
Der überwiegende Anteil des Textes – immerhin genug für mehr als zweieinhalb Stunden – bleibt Dovele vobehalten, und den verkörpert Samuel Finzi, den nun alle, die es bisher nicht wussten, als einen der Schauspielgiganten des deutschen Theaters registrieren dürfen. [...]

Samuel Finzi spielt mit jedem Körperteil, locker, nicht aufdringlich, eine Bravourleistung fürwahr. Den geringen Raum, den er Mavie Hörbiger überlässt, nützt diese eindrucksvoll. [...] 
Süddeutsche Zeitung
Christine Dössel, 10.08.2018
Samuel Finzi ist der rüde Mann, der diesem Abend sein Gesicht buchstäblich als Stempel aufdrückt. Er spielt den israelischen Comedian Dov "Dovele" Grinstein, Protagonist in David Grossmans 2014 erschienenem Roman "Kommt ein Pferd in die Bar". Das Buch schildert einen Theaterabend wie in Echtzeit. Grossman beschreibt, wie der Comedy-Auftritt in der israelischen Kleinstadt Netanja entgleist und zu einer selbstquälerischen Lebensabrechnung wird, zu einer bitteren Geschichte über Schuld, Verrat, Persönlichkeitsprägung. Es ist ein beklemmendes Buch, das Schmerz- und Schamgrenzen überschreitet und in den Wunden der Vergangenheit bohrt. In Doveles Familiengeschichte spiegelt sich die Geschichte und Politik Israels, die Hölle des Holocausts, die Situation eines Landes im Angst- und Kriegszustand. [...]

Finzi schwitzt und berserkert wie wild an diesem Abend, der zweidreiviertel Stunden dauert, rast und stolpert über Sätze. Er schmeißt sich so entschlossen brutal in die Rolle hinein wie anfangs gegen die Wand, wobei er sich gar nicht groß anstrengt, den um Lacher buhlenden Stand-up-Comedian zu geben. Finzi macht lieber Theater. Je innerlicher sein Monolog wird, desto mehr. [...]
Samuel Finzi ist der rüde Mann, der diesem Abend sein Gesicht buchstäblich als Stempel aufdrückt. Er spielt den israelischen Comedian Dov "Dovele" Grinstein, Protagonist in David Grossmans 2014 erschienenem Roman "Kommt ein Pferd in die Bar". Das Buch schildert einen Theaterabend wie in Echtzeit. Grossman beschreibt, wie der Comedy-Auftritt in der israelischen Kleinstadt Netanja entgleist und zu einer selbstquälerischen Lebensabrechnung wird, zu einer bitteren Geschichte über Schuld, Verrat, Persönlichkeitsprägung. Es ist ein beklemmendes Buch, das Schmerz- und Schamgrenzen überschreitet und in den Wunden der Vergangenheit bohrt. In Doveles Familiengeschichte spiegelt sich die Geschichte und Politik Israels, die Hölle des Holocausts, die Situation eines Landes im Angst- und Kriegszustand. [...]

Finzi schwitzt und berserkert wie wild an diesem Abend, der zweidreiviertel Stunden dauert, rast und stolpert über Sätze. Er schmeißt sich so entschlossen brutal in die Rolle hinein wie anfangs gegen die Wand, wobei er sich gar nicht groß anstrengt, den um Lacher buhlenden Stand-up-Comedian zu geben. Finzi macht lieber Theater. Je innerlicher sein Monolog wird, desto mehr. [...]
Volksblatt
Eva Hammer, 13.08.2018
Samuel Finzi leistet Großes in "Kommt ein Pferd in die Bar" [...]

Die Performance gerät zum pausenlosen, fast dreistündigen Monolog des Schauspielers Samuel Finzi, der diese Textlawine mit unfassbarer Präzision und Wahrhaftigkeit bewältigt. [...]

Pařízek verwendet wie Castorf Videos zur verschärften Sicht der Dinge. Details des Intimen, des Grausamen in meterhohen Augen, blutüberströmten Stirnen oder überroten Lippen neben der nahezu übermenschlichen Leistung Finzis in der Zuschauerstellung von Bewusstseinsströmen. [...]

Einen wohltuenden Hauch aus der Vergangenheit verkörpert hin und wieder die ätherische Pitz, alias Mavie Hörbiger. [...]
Samuel Finzi leistet Großes in "Kommt ein Pferd in die Bar" [...]

Die Performance gerät zum pausenlosen, fast dreistündigen Monolog des Schauspielers Samuel Finzi, der diese Textlawine mit unfassbarer Präzision und Wahrhaftigkeit bewältigt. [...]

Pařízek verwendet wie Castorf Videos zur verschärften Sicht der Dinge. Details des Intimen, des Grausamen in meterhohen Augen, blutüberströmten Stirnen oder überroten Lippen neben der nahezu übermenschlichen Leistung Finzis in der Zuschauerstellung von Bewusstseinsströmen. [...]

Einen wohltuenden Hauch aus der Vergangenheit verkörpert hin und wieder die ätherische Pitz, alias Mavie Hörbiger. [...]
Esslinger Zeitung
Elisabeth Maier, 14.08.2018
Mit den Schauspielstars Samuel Finzi und Mavie Hörbiger gelingt Pařízek ein verstörendes Tribunal gegen die Selbstgerechtigkeit. [...]

Jahrzehntelang lebte Dov Grienstein davon, sich über andere lustig zu machen. An dieser Boshaftigkeit zerbricht er schließlich selbst. Mit 57 Jahren ist er auf dem Tiefpunkt seiner Karriere angekommen. Er spielt in dem heruntergekommenen Vorort Netanju, in tiefster Provinz. All dem zum Trotz liefert der Schauspieler Samuel Finzi dem Publikum die Show seines Lebens. In der Koproduktion der Festspiele mit dem Deutschen Theater Berlin und dem Wiener Burgtheater spiegelt Kamila Polívková mit ihren Kostümen Stimmungen. [...]

Großartig jongliert Finzi mit den Lebenslügen, an die sich sein Protagonist klammert. Mit ihrer harten, und doch verletzlich klingenden Stimme ist Mavie Hörbiger als Pitz ein faszinierender Gegenpart. [...]

Einfach schön ist, wenn Mavie Hörbiger das Feuer ihrer verlorenen Liebe über ihr Gesicht huschen lässt. Sinnliche Momente wie dieser gelingen den Schauspielern wieder und wieder. Das macht den Reiz des Abends aus. Auf die Holzwand, die Pařízek ins Zentrum des von ihm selbst geschaffenen Bühnenbilds stellt, werden Gesichter und Körper in Nahaufnahme projiziert. Jedes Zucken von Dovs Mundwinkeln verfolgen die Zuschauer in voyeuristischer Manier. Krisha Piplits Lichtdesign hebt verräterische Details hervor. [...]

Pařízeks stringente Regie lenkt den Blick auf die Menschen und auf ihre verwundeten Seelen. Dafür hat der sensible Regisseur ein echtes Händchen. Sein Protagonist Samuel Finzi zeigt den jüdischen Comedian als einen, den die eigene, gefühlte Schuld zermürbt. Die zarten Blüten des blutroten Mohns, die Dov nach solcher Erkenntnis in Händen hält, sind ein griffiges Bild gegen das Vergessen.
Mit den Schauspielstars Samuel Finzi und Mavie Hörbiger gelingt Pařízek ein verstörendes Tribunal gegen die Selbstgerechtigkeit. [...]

Jahrzehntelang lebte Dov Grienstein davon, sich über andere lustig zu machen. An dieser Boshaftigkeit zerbricht er schließlich selbst. Mit 57 Jahren ist er auf dem Tiefpunkt seiner Karriere angekommen. Er spielt in dem heruntergekommenen Vorort Netanju, in tiefster Provinz. All dem zum Trotz liefert der Schauspieler Samuel Finzi dem Publikum die Show seines Lebens. In der Koproduktion der Festspiele mit dem Deutschen Theater Berlin und dem Wiener Burgtheater spiegelt Kamila Polívková mit ihren Kostümen Stimmungen. [...]

Großartig jongliert Finzi mit den Lebenslügen, an die sich sein Protagonist klammert. Mit ihrer harten, und doch verletzlich klingenden Stimme ist Mavie Hörbiger als Pitz ein faszinierender Gegenpart. [...]

Einfach schön ist, wenn Mavie Hörbiger das Feuer ihrer verlorenen Liebe über ihr Gesicht huschen lässt. Sinnliche Momente wie dieser gelingen den Schauspielern wieder und wieder. Das macht den Reiz des Abends aus. Auf die Holzwand, die Pařízek ins Zentrum des von ihm selbst geschaffenen Bühnenbilds stellt, werden Gesichter und Körper in Nahaufnahme projiziert. Jedes Zucken von Dovs Mundwinkeln verfolgen die Zuschauer in voyeuristischer Manier. Krisha Piplits Lichtdesign hebt verräterische Details hervor. [...]

Pařízeks stringente Regie lenkt den Blick auf die Menschen und auf ihre verwundeten Seelen. Dafür hat der sensible Regisseur ein echtes Händchen. Sein Protagonist Samuel Finzi zeigt den jüdischen Comedian als einen, den die eigene, gefühlte Schuld zermürbt. Die zarten Blüten des blutroten Mohns, die Dov nach solcher Erkenntnis in Händen hält, sind ein griffiges Bild gegen das Vergessen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Martin Lhotzky, 10.09.2018
Dušan David Pařízek, seit einiger Zeit Darling vieler Bühnen, verzichtet in seiner Inszenierung diesmal auf den Einsatz seines Overheadprojektors, nicht aber auf eine Videokamera. Von den beiden Protagonisten des Abends – Samuel Finzi als abgehalfterter Stand-up-Comedian Dov "Dovele" Grinstein und Mavie Hörbiger als Grinsteins Nachbarin aus Jugendtagen, genannt "Pitz" – wird diese oft und gnadenlos, hautnah, auch mit eindriglichen Standbildern, in Anschlag gebracht. [...]

Samuel Finzi macht das großartig, schwitzt seine Anstrengung förmlich heraus, entblößt fast mehr als Doveles Innerstes. 
Dušan David Pařízek, seit einiger Zeit Darling vieler Bühnen, verzichtet in seiner Inszenierung diesmal auf den Einsatz seines Overheadprojektors, nicht aber auf eine Videokamera. Von den beiden Protagonisten des Abends – Samuel Finzi als abgehalfterter Stand-up-Comedian Dov "Dovele" Grinstein und Mavie Hörbiger als Grinsteins Nachbarin aus Jugendtagen, genannt "Pitz" – wird diese oft und gnadenlos, hautnah, auch mit eindriglichen Standbildern, in Anschlag gebracht. [...]

Samuel Finzi macht das großartig, schwitzt seine Anstrengung förmlich heraus, entblößt fast mehr als Doveles Innerstes. 
Theater heute
Wolfgang Kralicek, 01.10.2018
Samuel Finzi spielt den abgewrackten, kaputten Verzweiflungskomiker ziemlich furios. [...] Samuel Finzi spielt den abgewrackten, kaputten Verzweiflungskomiker ziemlich furios. [...]

Eine Koproduktion mit

Außerdem im Spielplan

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BERLIN-PREMIERE
Showcase Beat Le Mot nach den Gebrüdern Grimm
Premierenparty – Bar und Foyer Kammerspiele
Kammerspiele
19.00 - 21.00
Mit englischen Übertiteln
nach Anton Tschechow
Deutsches Theater
19.00 - 21.00
18.30 Einführung – Saal
Eine Inszenierung des Jungen DT

Tigermilch

nach dem Roman von Stefanie de Velasco
Box
19.30 - 21.05