Tilla

von Christoph Hein
Bühne und Kostüme Hans-Jürgen Nikulka
Liedkomposition Uwe Hilprecht
Choreographie Annett Scholwin
Dramaturgie Ulrich Beck
Premiere und szenische Lesung 2. November 2012
Inge KellerTilla
Bernd StempelFranz-Josef, Paul
Tilla
Franz-Josef, Paul
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Irene Bazinger, 05.11.2012
Szenisch liebevoll eingerichtet von Gabriele Heinz und mit Bernd Stempel als gekonnt unauffälligem Kompagnon lässt Inge Keller mit der Kraft ihrer Stimme und der Anmut ihrer Gesten, mit der Erfahrung ihrer Jahre und der Weisheit ihrer hohen Kunst eine komplizierte wie bewegende historische Gestalt auferstehen. (...)
Tillas Ruhm, ihr Glück, ihre Welt: 'Das ist Geschichte.' Inge Keller, die noch die Weimarer Republik erlebt hat, sagt das glaskühl und ohne jedes Pathos – und trifft damit ihr Publikum mitten ins Herz der eigenen Vergänglichkeit. Aber wenn sie spricht und spielt und zaubert, geschieht ein Wunder: Die Zeit steht still. So gelingt dieser grandiosen Künstlerin der Sieg über die Schwerkraft – für sich und zumal für uns.
Szenisch liebevoll eingerichtet von Gabriele Heinz und mit Bernd Stempel als gekonnt unauffälligem Kompagnon lässt Inge Keller mit der Kraft ihrer Stimme und der Anmut ihrer Gesten, mit der Erfahrung ihrer Jahre und der Weisheit ihrer hohen Kunst eine komplizierte wie bewegende historische Gestalt auferstehen. (...)
Tillas Ruhm, ihr Glück, ihre Welt: 'Das ist Geschichte.' Inge Keller, die noch die Weimarer Republik erlebt hat, sagt das glaskühl und ohne jedes Pathos – und trifft damit ihr Publikum mitten ins Herz der eigenen Vergänglichkeit. Aber wenn sie spricht und spielt und zaubert, geschieht ein Wunder: Die Zeit steht still. So gelingt dieser grandiosen Künstlerin der Sieg über die Schwerkraft – für sich und zumal für uns.
Neues Deutschland
Hans Dieter Schütt, 05.11.2012
Die Keller spielt zwinkernd und zweifelsschwer, schmerzbewusst und schmissig, frechschnäuzig und frivolmäulig mit dem Komödiantenlebenslauf – alles nur immer im kurzen Sekundenschlag der Andeutungen, der Skizzierung. Der Durieux-Text ist wie ein Weg, der da gegangen wird, auf den wir aber nicht schauen, wir schauen gleichsam nach oben, denn über dem Weg, über dem Text blinkt in Abständen jenes Größere, Sternschnuppige, das mit Kellers Stimme, mit dieser harten Beiläufigkeit, dieser wehen Noblesse den Raum erleuchtet: das Ununterwerfbare des Künstlerlebens, das Übermütige, das Schwermütige, das Traumsüchtige, das Weltflüchtige, das Weltgierige, das Lebensverfallende, also: der wahre Reichtum, das Sehnsuchtskranke – das sich jetzt noch einmal das rote Kleid der früheren Ruhmjahre überstreift... Bernd Stempel ist dieser Bilanz-Bardin (...) auf sanfte Weise zugestellt: ist Diener (für Sekt und Augentropfen), Zuhörer, einige Dialog-Momente lang Paul Cassirer, der Mann aus dem Jenseits, Stempel spielt Gitarre, er tanzt, ist lauschend eine Atmosphärensonne; fremder Frend, funkelnder Genießer, ein stiller, Anmut der Szenerie schaffender Geist. Die Keller spielt zwinkernd und zweifelsschwer, schmerzbewusst und schmissig, frechschnäuzig und frivolmäulig mit dem Komödiantenlebenslauf – alles nur immer im kurzen Sekundenschlag der Andeutungen, der Skizzierung. Der Durieux-Text ist wie ein Weg, der da gegangen wird, auf den wir aber nicht schauen, wir schauen gleichsam nach oben, denn über dem Weg, über dem Text blinkt in Abständen jenes Größere, Sternschnuppige, das mit Kellers Stimme, mit dieser harten Beiläufigkeit, dieser wehen Noblesse den Raum erleuchtet: das Ununterwerfbare des Künstlerlebens, das Übermütige, das Schwermütige, das Traumsüchtige, das Weltflüchtige, das Weltgierige, das Lebensverfallende, also: der wahre Reichtum, das Sehnsuchtskranke – das sich jetzt noch einmal das rote Kleid der früheren Ruhmjahre überstreift... Bernd Stempel ist dieser Bilanz-Bardin (...) auf sanfte Weise zugestellt: ist Diener (für Sekt und Augentropfen), Zuhörer, einige Dialog-Momente lang Paul Cassirer, der Mann aus dem Jenseits, Stempel spielt Gitarre, er tanzt, ist lauschend eine Atmosphärensonne; fremder Frend, funkelnder Genießer, ein stiller, Anmut der Szenerie schaffender Geist.
Der Tagesspiegel
Andreas Schäfer, 04.11.2012
Die Ausnahmeschauspielerin Inge Keller liest über, spricht aus dem Leben einer Ausnahmeschauspielerin, die selbst über neunzig wurde und in den Monolog von Christoph Hein am Tag ihrer Heiligsprechung, am Abend, an dem sie zur Ehrenbürgerin geschlagen wird, zurückblickt. Am Deutschen Theater. Allein das ist schon ein Coup, allein deswegen muss man sich diesen Abend ansehen. Die Ausnahmeschauspielerin Inge Keller liest über, spricht aus dem Leben einer Ausnahmeschauspielerin, die selbst über neunzig wurde und in den Monolog von Christoph Hein am Tag ihrer Heiligsprechung, am Abend, an dem sie zur Ehrenbürgerin geschlagen wird, zurückblickt. Am Deutschen Theater. Allein das ist schon ein Coup, allein deswegen muss man sich diesen Abend ansehen.
Berliner Zeitung
Ulrich Seidler, 05.11.2012
Vermutlich hatte Inge Keller Schwierigkeiten, den ganzen Text auswendig zu lernen, lange Passagen liest sie mit lebensweiser Lässigkeit aus dem Textbuch ab. Eben dieser Souveränität verdankt sich allerdings ein geradezu magischer Effekt: Immer mal lässt sie das Textbuch sinken und die Gedanken hängen – und erzählt weiter, als läse sie nun in ihren Erinnerungen. Das sind kleine große Verwandlungsmomente, die die Durieux in der Keller wieder auferstehen und beide für den Augenblick unsterblich werden lassen – ohne großes Aufhebens. Stehende Ovationen. Vermutlich hatte Inge Keller Schwierigkeiten, den ganzen Text auswendig zu lernen, lange Passagen liest sie mit lebensweiser Lässigkeit aus dem Textbuch ab. Eben dieser Souveränität verdankt sich allerdings ein geradezu magischer Effekt: Immer mal lässt sie das Textbuch sinken und die Gedanken hängen – und erzählt weiter, als läse sie nun in ihren Erinnerungen. Das sind kleine große Verwandlungsmomente, die die Durieux in der Keller wieder auferstehen und beide für den Augenblick unsterblich werden lassen – ohne großes Aufhebens. Stehende Ovationen.

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philosophischer Salon mit Ferdinand Schmalz
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Eintritt frei
mit englischen Übertiteln
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Regie: Jürgen Kruse
Kammerspiele
19.30 - 21.45
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
mit englischen Übertiteln
nach dem Roman von Michel Houellebecq
Nachgespräch mit Aiman A. Mazyek, Vorsitzender Zentralrat der Muslime; Moderation: Janis El-Bira - Deutsches Theater
Deutsches Theater
20.00 - 22.00
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schlammland gewalt

Regie: Josua Rösing
Box
20.30 - 21.30
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse