Die schmutzigen Hände

von Jean-Paul Sartre
Video Ayca Nina Zuch
Dramaturgie Anika Steinhoff
Premiere 20. Januar 2012
Ulrich MatthesHoederer
Ole LagerpuschHugo
Katharina Marie SchubertJessica
Maren EggertOlga
Bernd MossGeorges / Der Prinz / Louis
Moritz GroveSlick / Karsky
Hoederer
Georges / Der Prinz / Louis
Slick / Karsky
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Leander Steinkopf, 22.01.2012
Wenn man Sartres sechzig Jahre altes Stück in dieser neuen Inszenierung sieht, spürt man nicht den Samtsessel und hört nicht den Atem des Nachbarn. Selbst wenn die Akteure erst große Gefühle erzeugen und sie dann ironisch brechen, wird man nicht aus dem Erlebnis gedrängt. Das Bühnenbild ist Hugos Inneres, nach außen gekehrt. Wände wie aus Beton drehen sich und wandern, schließen sich dort zu Mauern, öffnen sich woanders. Manchmal steigt das Bühnengeschehen in Hugos Kopf hinein, in seine Traumwelt oder Trunkenheit. […] Auch wenn am Schluss die Helden tot sind und der Kompromiss siegt, ist diese Inszenierung pures Leben ohne Kompromiss. Man hat allen Grund, glücklich nach Hause zu gehen. Wenn man Sartres sechzig Jahre altes Stück in dieser neuen Inszenierung sieht, spürt man nicht den Samtsessel und hört nicht den Atem des Nachbarn. Selbst wenn die Akteure erst große Gefühle erzeugen und sie dann ironisch brechen, wird man nicht aus dem Erlebnis gedrängt. Das Bühnenbild ist Hugos Inneres, nach außen gekehrt. Wände wie aus Beton drehen sich und wandern, schließen sich dort zu Mauern, öffnen sich woanders. Manchmal steigt das Bühnengeschehen in Hugos Kopf hinein, in seine Traumwelt oder Trunkenheit. […] Auch wenn am Schluss die Helden tot sind und der Kompromiss siegt, ist diese Inszenierung pures Leben ohne Kompromiss. Man hat allen Grund, glücklich nach Hause zu gehen.
Berliner Morgenpost
Georg Kasch, 22.01.2012
Nur wenige Schauspieler schwitzen so kühl Einsamkeit aus wie Ulrich Matthes, der hier noch viriler, zergrübelter, zugleich angriffslustiger wirkt als sonst. Sein Hoederer ist ein einsamer Wolf, der seine Sehnsucht hinter kumpelnder Nonchalance versteckt, sei’s in Jogginghosen, sei’s im eleganten Anzug. Aber seine Augen tasten mit unterdrückter Gier das junge Leben ab, als könnten sie‘s trinken. Nur wenige Schauspieler schwitzen so kühl Einsamkeit aus wie Ulrich Matthes, der hier noch viriler, zergrübelter, zugleich angriffslustiger wirkt als sonst. Sein Hoederer ist ein einsamer Wolf, der seine Sehnsucht hinter kumpelnder Nonchalance versteckt, sei’s in Jogginghosen, sei’s im eleganten Anzug. Aber seine Augen tasten mit unterdrückter Gier das junge Leben ab, als könnten sie‘s trinken.
neues deutschland
Hans-Dieter Schütt, 22.01.2012
Großartig, feurig, ekstatisch Matthes und Lagerpusch in ihrer zentralen Auseinandersetzung, da sitzt die Regie still in einer Ecke und hört nur zu und weiß, dass man das Stück jetzt nicht stören darf. Bei dessen Hauptarbeit: Es macht noch immer Angst. Großartig, feurig, ekstatisch Matthes und Lagerpusch in ihrer zentralen Auseinandersetzung, da sitzt die Regie still in einer Ecke und hört nur zu und weiß, dass man das Stück jetzt nicht stören darf. Bei dessen Hauptarbeit: Es macht noch immer Angst.
SWR2
Ina Beyer, 21.01.2012
Die große Stärke dieser Regisseurin ist es, Figuren zu zeigen, die glaubwürdig von sich erzählen. Sie in neutral-modernem Bühnenbild und lässiger heutiger Alltagskleidung und begleitet von ausgefeilter Musik zeitlos gültig werden zu lassen. Die Inszenierung wird aktuell und hochpolitisch durch den genauen Blick der Regisseurin auf den Stoff und die subtile Art, ihn durch die Figuren hindurch auf uns zu richten. Die große Stärke dieser Regisseurin ist es, Figuren zu zeigen, die glaubwürdig von sich erzählen. Sie in neutral-modernem Bühnenbild und lässiger heutiger Alltagskleidung und begleitet von ausgefeilter Musik zeitlos gültig werden zu lassen. Die Inszenierung wird aktuell und hochpolitisch durch den genauen Blick der Regisseurin auf den Stoff und die subtile Art, ihn durch die Figuren hindurch auf uns zu richten.
Die Welt
Matthias Heine, 25.01.2012
Am Ende sind sie irgendwie alle Tote – manche mit, manche noch ohne Begräbnis. Und Jean-Paul Sartre strahlt lebendiger denn je – zumindest als Dramatiker. […] 'Die schmutzigen Hände' dürfen nach dieser Aufführung erneut gepriesen werden als das wohl beste politische Stück des 20. Jahrhunderts. Am Ende sind sie irgendwie alle Tote – manche mit, manche noch ohne Begräbnis. Und Jean-Paul Sartre strahlt lebendiger denn je – zumindest als Dramatiker. […] 'Die schmutzigen Hände' dürfen nach dieser Aufführung erneut gepriesen werden als das wohl beste politische Stück des 20. Jahrhunderts.
Der Tagesspiegel
Christine Wahl, 22.01.2012
Während Hugo, von Hoederer geistig und emotional in Bann gezogen, den "Auftrag" weiter und weiter hinauszögert und selbst unter Verratsverdacht gerät, versteckt Katharina Marie Schubert als Jessica grinsend Hugos Knarre in ihrem Edelunterhemdchen, krabbelt mit XXL-Handschuhen unter Hoederers Schreibtisch herum und schüttelt sich sehr ansehnlich in überdrehten Lachanfällen. Diesem Girlie ist nur eines wichtig: Es muss etwas passieren; egal was. […]
Sie hat in Ulrich Matthes einen Hoederer-Darsteller, der dieses Switching zwischen Tragödie, Ironie und tieferer Bedeutung subtil beherrscht und souverän Zeitlosigkeitsbehauptungen ausfüllen kann.
Während Hugo, von Hoederer geistig und emotional in Bann gezogen, den "Auftrag" weiter und weiter hinauszögert und selbst unter Verratsverdacht gerät, versteckt Katharina Marie Schubert als Jessica grinsend Hugos Knarre in ihrem Edelunterhemdchen, krabbelt mit XXL-Handschuhen unter Hoederers Schreibtisch herum und schüttelt sich sehr ansehnlich in überdrehten Lachanfällen. Diesem Girlie ist nur eines wichtig: Es muss etwas passieren; egal was. […]
Sie hat in Ulrich Matthes einen Hoederer-Darsteller, der dieses Switching zwischen Tragödie, Ironie und tieferer Bedeutung subtil beherrscht und souverän Zeitlosigkeitsbehauptungen ausfüllen kann.

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von Dietrich Brüggemann
Regie: Dietrich Brüggemann
Box
19.30 - 21.00
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
mit englischen Übertiteln
von Gotthold Ephraim Lessing
Deutsches Theater
19.30 - 22.30
19.00 Einführung - Saal
von Max Frisch
Regie: Bastian Kraft
Kammerspiele
20.00 - 21.45
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse