Fahr zur Hölle, Ingo Sachs

Ein Actionmusical von Studio Braun (Rocko Schamoni, Heinz Strunk, Jacques Palminger)
Orchesterleitung Sebastian Hoffmann
Orchester André Matov (guitar), Charlotte Greve (alto saxophone, flute, bass clarinet), Christopher Colaco (piano), Derek Scherzer (percussion), Florian Menzel (principal trumpet), Geoffroy Dabrock (trombone), Gregor Fuhrmann (cello), Isabel Würdinger (2nd violin), Jenny Marielle Dilg (1st violin), Johannes Böhmer (2nd trumpet), Jörg Hochapfel (keyboard), Malte Schiller (tenor saxophone, flute), Marie Renault (viola), Runa Isene (1st violin), Sherin Sorour (2nd violin), Tom Berkmann (double bass)
Video Eva Könnemann
Dramaturgie Anika Steinhoff
Uraufführung 18. November 2011
Felix GoeserCharles Bronson / Michael Coolhaze
Ole LagerpuschIngo Sachs
Moritz GroveSpank / Coby Burner / Luther
Anita VulesicaBonnie / Mammy
Katrin WichmannJeanette / Dotty
Jens RachutKantinenwirt / Clown / Katze
Rocko SchamoniShaggy
Heinz StrunkMutter Coolhaze
Jacques PalmingerBlaue Note
Malin Nagel / Hannes OppermannLive-Kamera / Klappe
Nicole LoweryMaskenfrau Mila
Lara ScherpinskiTon
Martina JonigkSkriptgirl
Studio Braunals Studio Braun
Charles Bronson / Michael Coolhaze
Ingo Sachs
Spank / Coby Burner / Luther
Bonnie / Mammy
Jeanette / Dotty
Kantinenwirt / Clown / Katze
Mutter Coolhaze
Blaue Note
Malin Nagel / Hannes Oppermann
Live-Kamera / Klappe
Nicole Lowery
Maskenfrau Mila
Lara Scherpinski
Ton
Martina Jonigk
Skriptgirl
als Studio Braun
Frankfurter Rundschau
Ulrich Seidler, 21.11.2011
Die Studio-Braun-Leute und Pudel-Club-Gründer (…) wildern schon eine Weile im subventionierten Theaterbetrieb, sie haben in Zürich und Hamburg inszeniert. Nun sind sie also reif für das Deutsche Theater. Oder ist umgekehrt das Deutsche Theater reif für Studio Braun? Wir hören schon wie die Kultur-pessimisten ironisch auf dem Wort "Trash" herum kauen. Dazu wollen wir anmerken, dass den Abend große Könnerschaft auszeichnet. Es ist unter anderem ein rasendes Querflötensolo von Heinz Strunk zu erleben, der auch in der wildesten Entfesselung noch vornehmste Contenance wahrt. (…)

Die Schauspieler des Deutschen Theaters stehen diesen Ironie-Virtuosen in nichts nach. Von welch mannhafter Melancholie sind die Seitenblicke, die Felix Goeser als Charles Bronson als Michael Coolhaze ins Publikum wirft, während er mit einer Pumpgun Drogendealer, Vergewaltiger, aber auch Straßenmusiker und, weil er gerade dabei ist seine eigene Mutter wegbläst. Mit welcher Shirley-Bassey-Haftigkeit explodieren die Gesangseinlagen von Anita Vulesica als Profi-Diva als Misses Coolhaze. Wie beschützerinstinkauslösend entklettert Katrin Wichmann als Nachwuchstalent als Tochter Coolhaze den Kulissen, wo die Bergfest feiernden Kollegen sie nach der Vergewaltigungsszene vergessen haben. Und mit welcher Akribie lutscht Ole Lagerpusch als  - es lässt sich nicht zarter formulieren – Arschloch-Regisseur seinen Brillenbügel ab, während er vernichtende Kränkungen austeilt
Die Studio-Braun-Leute und Pudel-Club-Gründer (…) wildern schon eine Weile im subventionierten Theaterbetrieb, sie haben in Zürich und Hamburg inszeniert. Nun sind sie also reif für das Deutsche Theater. Oder ist umgekehrt das Deutsche Theater reif für Studio Braun? Wir hören schon wie die Kultur-pessimisten ironisch auf dem Wort "Trash" herum kauen. Dazu wollen wir anmerken, dass den Abend große Könnerschaft auszeichnet. Es ist unter anderem ein rasendes Querflötensolo von Heinz Strunk zu erleben, der auch in der wildesten Entfesselung noch vornehmste Contenance wahrt. (…)

Die Schauspieler des Deutschen Theaters stehen diesen Ironie-Virtuosen in nichts nach. Von welch mannhafter Melancholie sind die Seitenblicke, die Felix Goeser als Charles Bronson als Michael Coolhaze ins Publikum wirft, während er mit einer Pumpgun Drogendealer, Vergewaltiger, aber auch Straßenmusiker und, weil er gerade dabei ist seine eigene Mutter wegbläst. Mit welcher Shirley-Bassey-Haftigkeit explodieren die Gesangseinlagen von Anita Vulesica als Profi-Diva als Misses Coolhaze. Wie beschützerinstinkauslösend entklettert Katrin Wichmann als Nachwuchstalent als Tochter Coolhaze den Kulissen, wo die Bergfest feiernden Kollegen sie nach der Vergewaltigungsszene vergessen haben. Und mit welcher Akribie lutscht Ole Lagerpusch als  - es lässt sich nicht zarter formulieren – Arschloch-Regisseur seinen Brillenbügel ab, während er vernichtende Kränkungen austeilt
Hamburger Abendblatt
Annette Stiekele, 22.11.2011
Berlin. Es ist Jahr des Heinrich von Kleist. Und sogar das Satire Trio Studio Braun, bekannt geworden durch absurde Telefonstreiche und zwei Bücher über die Jugend auf dem Lande ('Dorfpunks', 'Fleisch ist mein Gemüse'), huldigt dem vor 200 Jahren verstorbenen Dichter. Natürlich auf seine Weise. Mit dem als Actionmusical deklarierten Abend 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' wagt das Trio sein erstes theatrales Auswärtsspiel in der Hauptstadt und sticht mit seinem in Hamburg über Dekaden gewachsenen Anarcho-Punk-Humor gleich mitten hinein in den Hochkulturtempel des Deutschen Theaters Berlin. Kann das gut gehen? Es kann. (...)
Genau genommen ist 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' eine Buttercremetorte. Viele Schichten, von allem zuviel und trotzdem ein Genuss. (...)
Überhaupt lässt sich das Ensemble fulminant auf den Braun-Humor ein. Katrin Wichmann entzückt als CoolhazeTochter und verzweifelnde Nachwuchsmimin, die nach der Vergewaltigungsszene von ihrem Team zum Bergfest vergessen wird. Anita Vulesica glänzt als Coolhaze-Gattin, die nicht nur stimmgewaltig eine "Nikotina Turner" gibt, sondern auch schön bissig Ingo Sachs persifliert. Unter dem hat am meisten Moritz Grove als Regieassistent zu leiden, der sich am Schluss in eine theaterimmanente Zickerei versteigt, weil er auch gerne die Bronson-Rolle eingeheimst hätte.
Berlin. Es ist Jahr des Heinrich von Kleist. Und sogar das Satire Trio Studio Braun, bekannt geworden durch absurde Telefonstreiche und zwei Bücher über die Jugend auf dem Lande ('Dorfpunks', 'Fleisch ist mein Gemüse'), huldigt dem vor 200 Jahren verstorbenen Dichter. Natürlich auf seine Weise. Mit dem als Actionmusical deklarierten Abend 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' wagt das Trio sein erstes theatrales Auswärtsspiel in der Hauptstadt und sticht mit seinem in Hamburg über Dekaden gewachsenen Anarcho-Punk-Humor gleich mitten hinein in den Hochkulturtempel des Deutschen Theaters Berlin. Kann das gut gehen? Es kann. (...)
Genau genommen ist 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' eine Buttercremetorte. Viele Schichten, von allem zuviel und trotzdem ein Genuss. (...)
Überhaupt lässt sich das Ensemble fulminant auf den Braun-Humor ein. Katrin Wichmann entzückt als CoolhazeTochter und verzweifelnde Nachwuchsmimin, die nach der Vergewaltigungsszene von ihrem Team zum Bergfest vergessen wird. Anita Vulesica glänzt als Coolhaze-Gattin, die nicht nur stimmgewaltig eine "Nikotina Turner" gibt, sondern auch schön bissig Ingo Sachs persifliert. Unter dem hat am meisten Moritz Grove als Regieassistent zu leiden, der sich am Schluss in eine theaterimmanente Zickerei versteigt, weil er auch gerne die Bronson-Rolle eingeheimst hätte.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Gregor Quack, 20.11.2011
Seitdem Studio Braun ihren pointenlosen Humor 2005 als "psychedelisches Volkstheater" erstmals auf die Bühne des Hamburger Schauspielhauses gehievt haben, mussten sie sich immer wieder die Frage anhören, ob das denn überhaupt ginge, so als Ex-Punker. Doch spätestens nach 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' muss die Frage lauten, warum sie mit dem Theatermachen nicht schon viel früher angefangen haben. Die Musicalmischung funktioniert erst deswegen so genau, weil die von Heinz Strunk wunderschön hanseatisch genäselte Curtis-Mayfield-Parodie ("New York! Oftmals schlampige Buchung./ New York! Sexuelle Versuchung.") ihr Gegenstück in dem von DT-Ensemblemitglied Anita Vulesica virtuos divenhaft geröhrten Studio-Braun-Klassiker "Nikotina Turner" findet. Seitdem Studio Braun ihren pointenlosen Humor 2005 als "psychedelisches Volkstheater" erstmals auf die Bühne des Hamburger Schauspielhauses gehievt haben, mussten sie sich immer wieder die Frage anhören, ob das denn überhaupt ginge, so als Ex-Punker. Doch spätestens nach 'Fahr zur Hölle, Ingo Sachs' muss die Frage lauten, warum sie mit dem Theatermachen nicht schon viel früher angefangen haben. Die Musicalmischung funktioniert erst deswegen so genau, weil die von Heinz Strunk wunderschön hanseatisch genäselte Curtis-Mayfield-Parodie ("New York! Oftmals schlampige Buchung./ New York! Sexuelle Versuchung.") ihr Gegenstück in dem von DT-Ensemblemitglied Anita Vulesica virtuos divenhaft geröhrten Studio-Braun-Klassiker "Nikotina Turner" findet.
tip
Peter MC Ferris Laudenbach, 24.11.2011
Ohne Angst vor hübschen Knalleffekten, angemessen lautstark, mit schönster Präzision und Leichtigkeit bedienen die Damen und Herren im Orchestergraben auch die schmierigeren Genüsse, die die fetten Soundtracks der großen US-B-Movies der 70er und frühen 80er zwischen Blaxploitation und Burt Bacharach zu bieten haben. Denn genau darum geht es an diesem Abend: um die wunderbare Welt der 70er B-Movies zwischen "Shaft (schwarz, links, stolz) und Charles Bronsons "Death Wish" (weiß, tendenziell rechtsradikal, eher depressiv). Ohne Angst vor hübschen Knalleffekten, angemessen lautstark, mit schönster Präzision und Leichtigkeit bedienen die Damen und Herren im Orchestergraben auch die schmierigeren Genüsse, die die fetten Soundtracks der großen US-B-Movies der 70er und frühen 80er zwischen Blaxploitation und Burt Bacharach zu bieten haben. Denn genau darum geht es an diesem Abend: um die wunderbare Welt der 70er B-Movies zwischen "Shaft (schwarz, links, stolz) und Charles Bronsons "Death Wish" (weiß, tendenziell rechtsradikal, eher depressiv).

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