Geschichten von hier: Was uns bleibt

Ein Generationenprojekt von Frank Abt
Wie werden wir zu dem, was wir sind? Welche Rolle spielt dabei die Familie? Was ist das Erbe unserer Eltern und Großeltern? Und was möchten wir an unsere Kinder weitergeben? Mit diesen Fragen befasst sich der Regisseur Frank Abt im vierten Teil der dokumentarischen Reihe 'Geschichten von hier'. Ausgehend von Interviews mit Menschen aus Berlin verfolgt er die Spuren der deutschen Kriegsvergangenheit über drei Generationen bis ins Heute. Die letzten Zeitzeugen, ihre Kinder und Enkel erzählen ihre Lebensgeschichten: Sie sprechen über Erlebtes und Erträumtes, über Glücksmomente und Schicksalsschläge und immer auch über die Erlebnisse während der Kriegsjahre. Welche Spuren haben diese hinterlassen und was bedeuten sie für die Generationen, die folgen? Es geht darum, Lebenszeugnisse weiterzutragen, sie vor dem Vergessen zu bewahren und um die Frage, was uns bleibt.
Regie Frank Abt
Bühne und Kostüme Marie Roth
Dramaturgie Meike Schmitz
Interviews Dirk Schneider
Uraufführung 12. April 2014
Kooperation mit der HfS 'Ernst Busch'
Michael Gerber
Gabriele Heinz
Angela Meyer
Bernd Moss
Markwart Müller-Elmau
Matthias Neukirch
Nils Rovira-Muñoz
Nele Luisa Sommer
Rouven Stöhr
Nils Strunk
Simone von Zglinicki
Michael Gerber, Gabriele Heinz, Angela Meyer, Bernd Moss, Markwart Müller-Elmau, Matthias Neukirch, Nils Rovira-Muñoz, Nele Luisa Sommer, Rouven Stöhr, Nils Strunk, Simone von Zglinicki
Berliner Zeitung
Doris Meierhenrich, 14.04.2014
Mit seinen 'Geschichten von hier' hat Frank Abt vor fünf Jahren etwas Interessantes begonnen: Ein dokumentarisches Theater weiterzuentwickeln, das mit den Mitteln des fiktiven Spiels versucht, "reale" Lebensberichte lebendig werden zu lassen. Nichts an den Texten, die dabei aufgeführt werden, ist also erfunden - es sei denn, die Zeitzeugen, die dem Dokumentaristen Dirk Schneider von sich berichteten, haben selbst gedichtet. (...)
Wie unehrlich die Deutschen selbst mit ihrer Familienvergangenheit umgehen, zeigt eine Notiz im Programmheft. Sie zitiert eine Studie von 2002, der zufolge 49 Prozent überzeugt sind, ihre direkten Vorfahren standen dem Nazi-Regime negativ gegenüber, während nur 6 Prozent zugeben, dass sie Nazi-Sympathisanten waren. (...)
Eine Großtat ist es daher Wolfgang Weimar gefunden zu haben, dessen Kriegstagebücher zu Beginn verlesen werden. Es sind Aufzeichnungen eines Studenten zwischen 1941 und 45, und was darin steht, klingt so selbstverständlich, dass von einem einsam Verirrten keine Rede sein kann. (...) Noch nach dem Zusammenbruch 1945 ist er überzeugt, "wir brauchen uns als Volk keine Vorwürfe zu machen". Dieser Text ist das Schreckensdokument der Ehrlichkeit und macht diesen Abend wichtiger als viele.
Mit seinen 'Geschichten von hier' hat Frank Abt vor fünf Jahren etwas Interessantes begonnen: Ein dokumentarisches Theater weiterzuentwickeln, das mit den Mitteln des fiktiven Spiels versucht, "reale" Lebensberichte lebendig werden zu lassen. Nichts an den Texten, die dabei aufgeführt werden, ist also erfunden - es sei denn, die Zeitzeugen, die dem Dokumentaristen Dirk Schneider von sich berichteten, haben selbst gedichtet. (...)
Wie unehrlich die Deutschen selbst mit ihrer Familienvergangenheit umgehen, zeigt eine Notiz im Programmheft. Sie zitiert eine Studie von 2002, der zufolge 49 Prozent überzeugt sind, ihre direkten Vorfahren standen dem Nazi-Regime negativ gegenüber, während nur 6 Prozent zugeben, dass sie Nazi-Sympathisanten waren. (...)
Eine Großtat ist es daher Wolfgang Weimar gefunden zu haben, dessen Kriegstagebücher zu Beginn verlesen werden. Es sind Aufzeichnungen eines Studenten zwischen 1941 und 45, und was darin steht, klingt so selbstverständlich, dass von einem einsam Verirrten keine Rede sein kann. (...) Noch nach dem Zusammenbruch 1945 ist er überzeugt, "wir brauchen uns als Volk keine Vorwürfe zu machen". Dieser Text ist das Schreckensdokument der Ehrlichkeit und macht diesen Abend wichtiger als viele.
Berliner Morgenpost
Katrin Pauly, 14.04.2014
Warum nun solche Geschichten im Theater erzählen, wenn man doch jemanden aus der eigenen Familie fragen könnte? Tut man aber eben nicht. Dieses Theater der Zeitzeugenschaft spendiert uns Stellvertretergeschichten, auch dadurch, dass nicht die Protagonisten, sondern Schauspieler vom DT und der Schauspielschule "Ernst Busch" ihr Wort ergreifen und das Individuelle ins Allgemeine überführen. Warum nun solche Geschichten im Theater erzählen, wenn man doch jemanden aus der eigenen Familie fragen könnte? Tut man aber eben nicht. Dieses Theater der Zeitzeugenschaft spendiert uns Stellvertretergeschichten, auch dadurch, dass nicht die Protagonisten, sondern Schauspieler vom DT und der Schauspielschule "Ernst Busch" ihr Wort ergreifen und das Individuelle ins Allgemeine überführen.

Außerdem im Spielplan

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Mit englischen Übertiteln
von Carl Zuckmayer
Regie: Jan Bosse
Deutsches Theater
20.00 - 22.30
Mit englischen Übertiteln
Kammerspiele
20.30 - 21.40