Dieses Kind

von Joël Pommerat
Kostüme Linda Tiebel
Dramaturgie Birgit Lengers
Premiere 21. Februar 2014
Gabriele Heinz
Katrin Klein
Bernd Moss
Bernd Stempel
Philipp Djokic
Maike Knirsch
Lenz Lengers
Luzie Priegann
Gabriele Heinz, Katrin Klein, Bernd Moss, Bernd Stempel, Philipp Djokic, Maike Knirsch, Lenz Lengers, Luzie Priegann
Kulturradio vom rbb
Peter Hans Göpfert, 22.02.2014
Es wirkt in dieser Inszenierung keineswegs als oberflächlicher Effekt, dass hier professionelle Schauspieler mit jungen Laien, Erwachsene und Kinder gemeinsam auf der Bühne stehen. Die britische Regisseurin Lily Sykes bringt es mit einiger Leichtigkeit fertig, dass die verschiedenen Generationen miteinander buchstäblich ins Spiel kommen. Und sie ist so geschickt, ihren Darstellern nicht nur Naturton abzuverlangen, sondern einzelne der zehn Szenen satirisch oder surreal wirken zu lassen, ihnen damit eine gewisse Zeichenhaftigkeit über den direkten Vorgang hinaus zu geben. (...)

Lily Sykes versteht es, noch mehr, als das in dem Stückgerüst von Pommerat angelegt ist, einzelne Szenen gerade auch durch die Besetzung der Rollen zueinander in Beziehung zu setzen. So spielt Maike Knirsch in der Eingangsszene eine junge Schwangere, die sich vornimmt, sich selbst, ihr ganzes Leben zu ändern, das Kind soll stolz sein, sie zur Mutter zu haben. In einer späteren Szene spielt die Darstellerin schreiend und zugleich beruhigend (beides:) eine Mutter  u n d  ihr Neugeborenes. Und am Ende ist sie es, wiederum eine junge Mutter, die mit ihrem Leben eben gerade nicht zurechtkommt und deshalb ihr Kind einem alten Ehepaar schenken will. (...)

Die kleine Box ist jetzt genau der richtige Ort, die Besetzung ist treffend. Auf der winzigen Bühne bringt es die Regie sogar fertig, ein mobiles Bühnenbild-Gerüst kreisen zu lassen. Vor allem aber nimmt Lily Sykes dem Stück seinen strengen Demonstrationscharakter. Das Deutsche Theater spricht in seiner Ankündigung von einem "aufwühlenden Beziehungsmosaik". Mal davon abgesehen, ob Mosaiken aufwühlen können – die mit Einsatz gespielte Inszenierung trifft doch einen starken Nerv, ohne darauf herumzubohren.
Es wirkt in dieser Inszenierung keineswegs als oberflächlicher Effekt, dass hier professionelle Schauspieler mit jungen Laien, Erwachsene und Kinder gemeinsam auf der Bühne stehen. Die britische Regisseurin Lily Sykes bringt es mit einiger Leichtigkeit fertig, dass die verschiedenen Generationen miteinander buchstäblich ins Spiel kommen. Und sie ist so geschickt, ihren Darstellern nicht nur Naturton abzuverlangen, sondern einzelne der zehn Szenen satirisch oder surreal wirken zu lassen, ihnen damit eine gewisse Zeichenhaftigkeit über den direkten Vorgang hinaus zu geben. (...)

Lily Sykes versteht es, noch mehr, als das in dem Stückgerüst von Pommerat angelegt ist, einzelne Szenen gerade auch durch die Besetzung der Rollen zueinander in Beziehung zu setzen. So spielt Maike Knirsch in der Eingangsszene eine junge Schwangere, die sich vornimmt, sich selbst, ihr ganzes Leben zu ändern, das Kind soll stolz sein, sie zur Mutter zu haben. In einer späteren Szene spielt die Darstellerin schreiend und zugleich beruhigend (beides:) eine Mutter  u n d  ihr Neugeborenes. Und am Ende ist sie es, wiederum eine junge Mutter, die mit ihrem Leben eben gerade nicht zurechtkommt und deshalb ihr Kind einem alten Ehepaar schenken will. (...)

Die kleine Box ist jetzt genau der richtige Ort, die Besetzung ist treffend. Auf der winzigen Bühne bringt es die Regie sogar fertig, ein mobiles Bühnenbild-Gerüst kreisen zu lassen. Vor allem aber nimmt Lily Sykes dem Stück seinen strengen Demonstrationscharakter. Das Deutsche Theater spricht in seiner Ankündigung von einem "aufwühlenden Beziehungsmosaik". Mal davon abgesehen, ob Mosaiken aufwühlen können – die mit Einsatz gespielte Inszenierung trifft doch einen starken Nerv, ohne darauf herumzubohren.
Berliner Zeitung
Ulrich Seidler, 24.02.2014
Mit lustvollem, schiefem Grinsen schwelgt die beunruhigend direkte, offennervige, noch nicht endmontierte Jungschauspielerin Maike Knirsch in Rachefantasien und Kraftträumen. Mit dem Glück des kommenden Kindes will sie ihre Mutter im Muttersein übertrumpfen: „das wird sie fertig machen. das wird sie nicht verkraften.“Als sie das Kind − ein Stoffbündel − dann in den Armen hält, schreit sie selbst wie ein Neugeborenes. Es scheint so, dass Maike Knirsch nicht lange in ihrer Seele nach diesen vorsprachlichen Verlassenheits-, Weltschmerz- und Weltangsttönen suchen muss. Sie klingen so überzeugend, dass man sich fragt, warum man eigentlich jemals selbst aufgehört hat, wie ein Säugling die Welt anzuschreien. (...)

... Regisseurin Lily Sykes zeigt viel Gespür für die Kraft der Pommerat’schen Dialoge, die mit ein paar Sätzen zum Konflikt vordringen. Dass Kinder und Halberwachsene mitspielen, wirft den Zuschauer auf interessante Weise hin und her: Hier die noch ungehobelte Künstlichkeit der Laien, da die abgeschliffene Echtigkeit der mittelsicheren Bühnenroutiniers Bernd Moss, Katrin Klein, Bernd Stempel und Gabriele Heinz − in Maike Knirschs Schreien glühen diese Widersprüche des Theaters durch.
Mit lustvollem, schiefem Grinsen schwelgt die beunruhigend direkte, offennervige, noch nicht endmontierte Jungschauspielerin Maike Knirsch in Rachefantasien und Kraftträumen. Mit dem Glück des kommenden Kindes will sie ihre Mutter im Muttersein übertrumpfen: „das wird sie fertig machen. das wird sie nicht verkraften.“Als sie das Kind − ein Stoffbündel − dann in den Armen hält, schreit sie selbst wie ein Neugeborenes. Es scheint so, dass Maike Knirsch nicht lange in ihrer Seele nach diesen vorsprachlichen Verlassenheits-, Weltschmerz- und Weltangsttönen suchen muss. Sie klingen so überzeugend, dass man sich fragt, warum man eigentlich jemals selbst aufgehört hat, wie ein Säugling die Welt anzuschreien. (...)

... Regisseurin Lily Sykes zeigt viel Gespür für die Kraft der Pommerat’schen Dialoge, die mit ein paar Sätzen zum Konflikt vordringen. Dass Kinder und Halberwachsene mitspielen, wirft den Zuschauer auf interessante Weise hin und her: Hier die noch ungehobelte Künstlichkeit der Laien, da die abgeschliffene Echtigkeit der mittelsicheren Bühnenroutiniers Bernd Moss, Katrin Klein, Bernd Stempel und Gabriele Heinz − in Maike Knirschs Schreien glühen diese Widersprüche des Theaters durch.

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Kronprinzenpalais
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Deutsches Theater
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von Brian Friel nach dem Roman von Iwan Turgenjew
Kammerspiele
18.00 - 21.55
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Mit englischen Übertiteln

Rom

nach Coriolan, Julius Cäsar und Antonius und
Cleopatra von William Shakespeare
Deutsches Theater
19.00 - 22.05
Eine Inszenierung des Jungen DT

Draufgängerinnen

All Adventurous Women Do
Box
19.00 - 20.30
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse