Der talentierte Mr. Ripley

von Patricia Highsmith
Bühne und Kostüme Ben Baur
Dramaturgie Martina Grohmann, Anika Steinhoff
Berlin-Premiere 11. Oktober 2013
Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt
Christoph PütthoffTom Ripley
Franziska MachensMarge Sheerwood
Daniel HoevelsDickie Greenleaf
Stefan SchießlederFreddy Miles; Kommissar
Norbert SchmidtStatist
Tom Ripley
Marge Sheerwood
Dickie Greenleaf
Freddy Miles; Kommissar
Norbert Schmidt
Statist
neues deutschland
Gunnar Decker, 23.10.2013
Ebenso raffiniert wie Highsmiths Roman ist die Regie von Bastian Kraft, der bereits in Zürich, Salzburg, Wien und Hamburg inszenierte. Endlich einmal wieder jemand, der Sinn für intelligente szenische Lösungen besitzt, das Artifizielle des Theaters ausspielt. (…)

Er findet eine eigene Bildsprache, die ins Zentrum der Frage führt: Auf welche Identität kann man noch bauen? Ab wann ist der eifrige Aufsteiger ein skrupelloser Verbrecher? Ripley lebt seinen eigenen Roman, den er aus Bequemlichkeit (nicht aus Mangel an Talent) unfähig zu schreiben ist. Das gibt der Geschichte einen ganz unerwarteten Zugang, eine visuelle Kraft, die zu faszinieren vermag.
Ebenso raffiniert wie Highsmiths Roman ist die Regie von Bastian Kraft, der bereits in Zürich, Salzburg, Wien und Hamburg inszenierte. Endlich einmal wieder jemand, der Sinn für intelligente szenische Lösungen besitzt, das Artifizielle des Theaters ausspielt. (…)

Er findet eine eigene Bildsprache, die ins Zentrum der Frage führt: Auf welche Identität kann man noch bauen? Ab wann ist der eifrige Aufsteiger ein skrupelloser Verbrecher? Ripley lebt seinen eigenen Roman, den er aus Bequemlichkeit (nicht aus Mangel an Talent) unfähig zu schreiben ist. Das gibt der Geschichte einen ganz unerwarteten Zugang, eine visuelle Kraft, die zu faszinieren vermag.
Inforadio vom rbb
Ute Büsing, 12.10.2013
In gut anderthalb Stunden entwickelt sich der von Christoph Pütthoff fabelhaft gespielte Mr. Ripley vom unbeholfenen, duckmäusernden Underdog zum immer gewandter zwischen eigenem und angeeignetem Ich changierenden, durchaus sympathischen Überlebenskämpfer. Seine Mitspieler bei diesem Balanceakt auf dem fußbreiten Balken sind wie er nur behutsam homoerotisch angehaucht. Die kleine Inszenierung im offenen Bühnenrahmen mit Schminktischen und angekündigten Auftritten aufs Stichwort ist handwerklich und darstellerisch überzeugend in ihrer zurückhaltenden, cool kalkulierten Art. In gut anderthalb Stunden entwickelt sich der von Christoph Pütthoff fabelhaft gespielte Mr. Ripley vom unbeholfenen, duckmäusernden Underdog zum immer gewandter zwischen eigenem und angeeignetem Ich changierenden, durchaus sympathischen Überlebenskämpfer. Seine Mitspieler bei diesem Balanceakt auf dem fußbreiten Balken sind wie er nur behutsam homoerotisch angehaucht. Die kleine Inszenierung im offenen Bühnenrahmen mit Schminktischen und angekündigten Auftritten aufs Stichwort ist handwerklich und darstellerisch überzeugend in ihrer zurückhaltenden, cool kalkulierten Art.
rbb-online.de
Fabian Wallmeier, 11.10.2013
In der Inszenierung von Bastian Kraft, die schon in Frankfurt zu sehen war und nun nach Berlin kommt, ist Mr. Ripley ein Getriebener. Er ist – dank des Bühnenbilds beinahe im wörtlichen Sinn – ein Drahtseiltänzer. Er laviert sich zwar letztlich geschickt durch den Plot, doch von Beginn an beflügelt ihn nicht die eiskalte Aktion, sondern die verschreckte Reaktion. Schon der Mordplan ist hier nur ein aufblitzendes Gedankenspiel, das dann plötzlich zur Realität wird. Immer wieder wird dieser Mann ohne Eigenschaften von der nächsten Wendung überrumpelt, immer wieder steht er kurz vor dem Zusammenbruch. Und erst ganz am Ende kann er sich als der strahlende Sieger in Szene setzen. (…)

Hauptelement der Bühne ist ein – grob geschätzt – drei Meter hoher, sieben Meter breiter und einen halben Meter tiefer Rahmen, der in wechselnden Farben leuchtet. Auf der unteren Kante dieses Rahmens befindet sich Tom Ripley beinahe das ganze Stück über. Hier mordet er, hier wird er in die Enge getrieben, hier versucht er, mit rudernden Armen die Balance zu halten. Eine ebenso simple wie kluge Idee, die Hauptfigur in Szene zu setzen.
In der Inszenierung von Bastian Kraft, die schon in Frankfurt zu sehen war und nun nach Berlin kommt, ist Mr. Ripley ein Getriebener. Er ist – dank des Bühnenbilds beinahe im wörtlichen Sinn – ein Drahtseiltänzer. Er laviert sich zwar letztlich geschickt durch den Plot, doch von Beginn an beflügelt ihn nicht die eiskalte Aktion, sondern die verschreckte Reaktion. Schon der Mordplan ist hier nur ein aufblitzendes Gedankenspiel, das dann plötzlich zur Realität wird. Immer wieder wird dieser Mann ohne Eigenschaften von der nächsten Wendung überrumpelt, immer wieder steht er kurz vor dem Zusammenbruch. Und erst ganz am Ende kann er sich als der strahlende Sieger in Szene setzen. (…)

Hauptelement der Bühne ist ein – grob geschätzt – drei Meter hoher, sieben Meter breiter und einen halben Meter tiefer Rahmen, der in wechselnden Farben leuchtet. Auf der unteren Kante dieses Rahmens befindet sich Tom Ripley beinahe das ganze Stück über. Hier mordet er, hier wird er in die Enge getrieben, hier versucht er, mit rudernden Armen die Balance zu halten. Eine ebenso simple wie kluge Idee, die Hauptfigur in Szene zu setzen.

Außerdem im Spielplan

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Symposium

Welche Zukunft?!

Der nächste Staat – Rethinking State
von Andres Veiel und Jutta Doberstein 
Kronprinzenpalais
10.00 - 19.30
Deutsches Theater
11.00
von Brian Friel nach dem Roman von Iwan Turgenjew
Kammerspiele
18.00 - 21.55
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Mit englischen Übertiteln

Rom

nach Coriolan, Julius Cäsar und Antonius und
Cleopatra von William Shakespeare
Deutsches Theater
19.00 - 22.05
Eine Inszenierung des Jungen DT

Draufgängerinnen

All Adventurous Women Do
Box
19.00 - 20.30
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse